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Liebe Freunde,

Herzliche Grüße aus dem heißen Haiti. Es ist gut zu wissen, daß wir auf Gott schauen können, der uns in Seiner Hand hält. In dieser Zeit der Unsicherheit gibt uns das Halt und Hoffnung! Am 12. Juli werden die Kirchen wieder geöffnet sein und am 3. August soll die Schule beginnen. Wie das wohl werden wird? Trotz Covid 19 und  dessen Beschränkungen haben wir genug Arbeit und viele Herausforderungen.

 

Ich fange mit den guten Nachrichten an:

– Wir sind alle gesund. Einige unserer Mitarbeiter sind oder waren krank..

–  Wir haben eine sehr gute Erdnußernte. Das war der erste Versuch, ein paar Tagwerke zu bebauen.

– SITA, unsere Uni, ist in der Vorbereitung, den Unterricht Anfang August wieder aufzunehmen.

– Daniel: nur noch einen Kurs und ein paar Wochen Praktikum und dann ist er fertig! Seine Absolvierungsfeier wurde jetzt bis zum Dezember verschoben.

– Manuel: lernt fleißig für seine deutsche Führerscheinprüfung. Der Metzger, bei dem er Schnupperlehre machte, bot ihm einen Job bis zum Ausbildungsbeginn am 1. September an.

 

Hier nun einige unserer Herausforderungen:

– Reisland: wir stehen immer noch im Prozess, unser Land wieder zurückzubekommen. Sie warnen uns, daß sie auch von der Farm Land einnehmen wollen. Bitte betet um Schutz für uns, besonders für Frantz und einige Farmmitarbeiter, während die Verhandlungen laufen, denn die Besetzer drohen immer wieder, handgreiflich zu werden.

– 4. Klasse: sie haben uns vor Gericht geladen mit dem Ziel, die Uni zu schließen. Diese Studenten haben kaum Studiengebühren bezahlt und ihre Kurse besucht. Inzwischen haben die Rechtsanwälte das gelöst und wir sind dankbar, daß diese Gruppe nicht mehr bei uns studieren darf.

– Ein Absolvent und ehemaliger Angestellter gründete nach seiner Kündigung sein eigenes Geschäft und nannte es SEED of Quality. Er verkauft schlechte Samen und dreht auch mal krumme Sachen. Er läßt die Leute denken, daß wir das sind.

 

Und hier ein besonders wichtiges Gebetsanliegen:

Letzte Woche erließ der Präsident folgendes Gesetz: gleichgeschlechtliche Ehen erlaubt; Minderjährige ab 15 können heiraten; Sex mit Tieren ist erlaubt. Da es momentan kein Parlament gibt, hat er freie Bahn. Pastoren und Priester, die sich weigern, werden mit einer hohen Geldstrafe belangt und bis zu 3 Jahren Gefängnis. Die Kirchen haben angefangen, dagegen zu protestieren.

Wir möchten uns wieder ganz neu bei Euch für Eure Ermutigung und Euer Gebet danken. Das gibt uns Mut.

Seid dem Herrn befohlen,

Frantz und Doris

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Ende der Woche schrieb Doris Clotaire aus Haiti:

Liebe Freunde,

Seit ein paar Tagen versuche ich, in Worte zu fassen, wie es mir so geht, nachdem ich ja fast 6 Monate nicht zuhause war. Das war das erstemal seit unserer Hochzeit und es war nicht immer einfach. Aber eines habe ich gelernt: In allen Schwierigkeiten gibt es immer ein „djegi“ wie wir das in kreolisch nennen. Es bedeutet, daß Gott uns ein spezielles Geschenk gibt.

1. 7 Wochen mit unserem Ältesteten, Daniel, zu verbringen, passierte noch nie seit er vor 6 Jahren Haiti verließ. Er ist im letzten Jahr wirklich erwachsen geworden und wird im Mai absolvieren. Ich war so froh, daß ich ihn ermutigen konnte. Besonders begeistert war er, daß ich bei seinem 24. Geburtstag dabeisein konnte!

2. Sonntag morgens besuchte ich eine kleine internationale Gemeinde, wo wir ein paar Freunde haben. Es war besonders schön für mich, immer wieder die gleiche Kirche zu besuchen. Wenn man im Reisedienst ist, klappt das meist nicht so. Ich habe viele Neue kennengelernt und sie haben mich mit offenen Armen aufgenommen. Das einzige Negative, das passierte war, daß am letzten Sonntag mein Rucksack mit Computer gestohlen wurde. Leider wurde er bis jetzt noch nicht gefunden!

3. Ich hatte die Möglichkeit an einer Missionskonferenz teilzunehmen, wo viele Leute auch aus Afrika, Indien und Malaysia da waren. Besonders die Berichte und Workshops von Afrika waren für mich interessant, weil unsere Leute ja auch von dort stammen.

4. Es war manchmal eine Herausforderung, mich mit Fremden zu treffen und über SEED zu berichten. Normalerweise ist das Frantz Aufgabe.

Währenddessen in Haiti:

Seit letzten Herbst gab es ja immer wieder zu Unruhen, aber im Februar wurden diese immer intensiver und länger. September und Oktober waren fast komplett geblockt und es kam zum totalen Stillstand. Keine Schule, kein Sprit, wenig Lebensmittel und deswegen auch keine Einnahmen. Der Umtauschkurs ist inzwischen besser geworden, aber leider bleiben die Preise dieselben. Vieles hat sich fast verdoppelt. Überall sieht man Leute noch mehr leiden und es fällt schwer, zu entscheiden wo man helfen soll. Es ist seit zwei Wochen ruhiger geworden, aber immer noch sehr angespannt. Besonders in der Hauptstadt und in unserer Stadt wollen sie nach Weihnachten weitermachen, bis der Präsident geht. Auf dem Land ist es etwas besser, da funktionieren auch die Schulen fast normal.

Viele Missionare haben das Land verlassen, denn sie konnten ihren Dienst nicht tun. Alle Missionen und Organisationen haben enorme finanzielle Defizite erlitten, SEED nicht ausgeschlossen. Unsere Nachbarschaft hielt ein Auge auf uns, ob wir auch wirklich den Streik einhalten. Das bedeutete, daß wir nichts verkaufen und auch nichts produzieren konnten. Auch die Cafeteria mußte geschlossen werden.

Aber …. trotz allem konnte der Bau des Ladens und der Klassenzimmer weitergehen und wir danken Gott dafür. Die Maurer waren echt dankbar, daß sie in dieser schwierigen Zeit die Möglichkeit hatten, etwas zu verdienen. In der Zwischenzeit ist das Erdgeschoß fast bezugsfertig und wir hoffen, daß wir Anfang Januar einziehen können. Es gibt immer noch Probleme, Sachen von der Hauptstadt zu bekommen. Normalerweise wird Polizeischutz in Anspruch genommen.

Auch im geistlichen Bereich war es schwierig. Viele Sonntage war es nicht möglich, daß die Gemeinden Gottesdienste halten konnten. So langsam wird es wieder normaler. Abends fangen die Veranstaltungen schon um 16 Uhr an, damit man nicht in der Dunkelheit unterwegs sein muß. Immer wieder muß man gegen Entmutigung ankämpfen und sich der Gewißheit bewußt sein, daß unser HERR uns nicht verläßt!

Wir sind so dankbar, daß in dieser schwierigen Zeit niemand zu SEED kam, um zu stehlen oder zu zerstören. Wir sind uns bewußt, das dies nur durch die Gnade Gottes und Eure Gebete möglich war. Danke dafür, denn das half Frantz und sein Team nicht aufzugeben.
Seid nun ganz herzlich gegrüßt. Wir wünschen Euch einen gesegneten 3. Advent.

Doris, Frantz mit SEED

 PS: Manuel wird im Januar nach Deutschland gehen, um dort eine Ausbildung zu machen. Näheres im nächsten Brief.“

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Doris Clotaire hat uns wieder Einblick in ihre Situation gegeben. Betet für sie!

Liebe Freunde,

Heute mal wieder ein kurzer Gruß; auch wieder aus Deutschland. Ich habe mit den Voruntersuchungen zu meiner bevorstehenden Knie-Op am 9. Juli begonnen und bin dankbar, daß ich dies bald tun kann. Bitte betet für gutes Gelingen, damit ich dann wieder besser laufen kann. Seit 2 Wochen gibt es wieder total viele Unruhen in ganz Haiti und es scheint immer noch nicht aufzuhören. Es wird gesagt, daß sie solange weitermachen werden, bis der Präsident zurücktritt.

Frantz und ich flogen Anfang Juni nach USA zu unserer jährlichen Komitesitzung. Diese Zeit war besonders gesegnet, denn diese Geschwister stehen echt hinter uns und beraten uns. Danach gings für eine Woche zu Daniel nach Minnesota. Er hatte Fußballcamp mit Teenies und ging voll darin auf. Diesen Sommer wird er versuchen, 3 Fächer nachzuarbeiten. Frantz konnte endlich am Freitag in Haiti ankommen. Wegen der Unruhen, gab es kaum Verbindung von der Hauptstadt nach Cayes. Alle waren überglücklich, als er dort ankam. Wir brauchen Gebet für unser so durchgebeuteltes Land in aller Hinsicht.

Ein paar Lichtblicke:

Legehühnerstall: Inzwischen sollte er schon lange fertig sein, aber durch die Unruhen ist ja alles zum Stillstand gekommen. Jetzt fehlt aber nur noch die Innenausstattung und dann kann es losgehen.

Frantz: Wenn wir ihn suchen, finden wir ihn auf der Farm oder in Duchity, unserer Außenstelle in den Bergen. Von dort kommt er immer wieder begeistert zurück, denn das Land ist noch ziemlich unangetastet. Alles, was man pflanzt, wächst wunderbar. Wir arbeiten dort mit den Bauern zusammen und sind deswegen auch gern gesehen. Kartoffeln wachsen wunderbar schnell. Jetzt warten 12 000 Kaffeesetzlinge darauf verteilt und gepflanzt zu werden. Dankbar sind wir dem Herrn für so gutes Gelingen.

Doris: Ich hatte die Möglichkeit, an unserer jährlichen Frauenfreizeit teilzunehmen. Das Thema war: „Erneuerte Hoffnung“ und hat uns alle ermutigt, gerade in dieser so unsicheren Zeit. Ich bin mit im Vorstand von Agape Flights, die regelmäßig unsere Mail von Florida bringen. Diese Aufgabe mache ich sehr gerne, weil man dadurch Kontakt zu vielen anderen Missionaren und haitianischen Mitgliedern bekommt. Dreimal im Jahr unterrichte ich einen Serviettenfaltkurs. Dort zeige ich einfache Möglichkeiten, was man so mit unsern billigen Papierservietten alles falten kann. Es macht Spaß zu sehen, wie sich die Leute dafür interessieren.

Über 250 Studenten: Leider breitet sich der Frust auch auf unsere Schüler aus. Wir waren gerade am Beginn der Abschlußprüfungen und dann mußte alles abgesagt werden. Da wir im Februar schon fast einen Monat verloren, ist dies besonders entmutigend.

Bitte, betet doch weiterhin für uns; auch immer wieder um Bewahrung und Schutz für uns und unsere Mitarbeiter und Studenten. Auch dafür, daß wir auf Gott schauen können, denn er hält uns in Seiner Hand. Wir wünschen Euch einen gesegneten Sonntag und danken Euch ganz herzlich für Euer Mittragen.

Dem Herrn befohlen,

Doris mit Familie und SEED Team“

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Es gibt Neuigkeiten aus Haiti – was dort passiert ist, lest ihr in Doris Mail:

„Liebe Freunde,

jetzt ist schon wieder eine Woche vergangen, seit wir uns auf den Rückweg von der dominikanischen Republik gemacht hatten. Fasching waren ja wieder Unruhen angesagt, aber, Gott sei Dank, nichts passierte. Dann wurde der 7. März als neuer Termin zur Rebellion angekündigt, aber es blieb ruhig. Wir sind dankbar dafür, denn die Unsicherheit zehrt an unserem Gemüte.Ansonsten ist vieles wieder eher normal. Benzin und Diesel gibt es immer noch nur sporadisch. Der Wert des Gourdes wurde wieder etwas angehoben. Lebensmittel sind immer noch sehr erhöht, obwohl angekündigt wurde, daß es Senkungen gibt.

Bei SEED hatten wir einen Teil der Ernte während der Unruhen verloren, weil wir ja nicht verkaufen konnten. Jetzt werden grade neue Pflanzen angezogen. Frantz und sein Team hatten gestern den letzten Besuch bei unsern Praktikanten gemacht. Sie waren total ermutigt, weil die Unruhen nicht auf dem Land waren. Nur der Regen fiel in vielen Gegenden nicht.

Danke, danke, danke für Eure Gebete. Bitte betet weiter für SEED, unser Land, denn noch gibt es keine echte Lösung der Konflikte. Seid nun dem Herrn befohlen. Bitte grüßt Eure Gruppen und Gemeinden von uns. Wir wünschen Euch ein gesegnetes Wochenende,

Doris für SEED und Familie“

Aus Haiti erreichten uns letzte Woche keine guten Nachrichten. Die Proteste nehmen zu und es wird schwieriger. Hier der Wortlaut von Doris Clotaire:

„Liebe Freunde,

Ein kurzer Gruß aus dem total geblockten Haiti. Seit über einer Woche läuft hier nichts mehr: Supermärkte sind zu, alle öffentlichen Institutionen, Schulen, usw. funktionieren nicht. Auch die Märkte dürfen nicht verkaufen. Gestern vormittag war kurze Pause und heute scheint es wieder etwas ruhiger zu sein. Das Ende ist aber noch nicht abzusehen, weil die Leute den Sturz des Präsidenten und seiner gesamten Regierung fordern.

Uns geht es ganz gut. Wir haben genug zu Essen, denn wir können Lebensmittel von der SEED-Cafeteria kaufen. Ansonsten erledigen wir Aufgaben, die nach außen hin nicht so sichtbar sind. Leider vergammelt sehr viel Gemüse, weil wir ja auch nichts verkaufen dürfen. Gestern konnten wir nochmal Käse mit unserer Kuhmilch machen. Das hilft dann auch. Haben Tomatenmarmelade und Tomatensoße gemacht, aber soviel Zeit und Zutaten haben wir gar nicht, unsere Produkte zu verwerten.

Bitte, betet, daß die Situation sich doch bald beruhigt. Leider wird es nach den Streiks noch schwieriger werden, denn viele Verkäufer haben ihre Sachen verloren.

Betet auch um Bewahrung für uns und unsere Mitarbeiter und Schüler. Wir wissen nicht, wie es weitergehen wird, aber eines ist gewiß: Unser Herr hat den Überblick und wir vertrauen ihm.

So, jetzt wünschen wir euch Gottes Segen,

Doris mit Frantz und Manuel“

Es gibt wieder Neuigkeiten von Doris und Frantz Clotaire aus Haiti. Betet mit für ihre genannten Anliegen.

„Liebe Freunde,

Jetzt hat es doch länger gedauert. Ein Problem war das neue Datenschutzgesetz, weil wir ja erst die Zustimmung von euch brauchten. Jetzt geht es aber langsam aufwärts.

Zunächst mal zu unserer Sicherheitslage. Wir sind nicht direkt betroffen und sind dankbar dafür, daß wir nicht mehr an der Hauptstraße wohnen, sondern etwas abseits. Seit über einer Woche ist es ruhig, d. h. aber nicht, daß alles gut ist. Bitte betet weiter für unser Land.

Die Absolvierungsfeier am 16. Juni war das große Ereignis, das uns alle echt auf Trap gehalten hatte. Über 350 Gäste kamen und es war eine gesegnete Zeit des miteinander Feierns. Wir sind dem Herrn so dankbar, daß ER uns bis hierher so treu geführt hat. 25 Absolventen konnten endlich das Ende ihres Studiums feiern.

Diesesmal „durfte“ die Lehrerschaft und auch ich in Roben antreten. Frantz Kommentar: „Das halt ich nicht aus, denn es ist ja so schon so heiß!“ Aber auch er hat es überlebt! Bei mir wollte leider der Hut nicht halten und rutschte immer nach hinten!

Jetzt dürft ihr mitbeten, daß die Absolventen auch Arbeit finden. Einige sind schon bei verschiedenen Organisationen angestellt, aber Viele versuchen durch Tierbehandlung oder Gartenbau etwas Einkommen zu bekommen.

Nächste Woche ist Examen und alle sind damit beschäftigt, ihre Arbeiten einzureichen, ihr Schulgeld zu bezahlen, damit sie zur Prüfung zugelassen werden. Ende Juli gehts dann zum Wiederaufforstungspraktikum in der St. Jean-Gegend.

Soviel für heute, damit Ihr nicht noch länger warten müßt. Danke Euch für Euer Mitbeten, Mittragen. Wir könnten die Arbeit nicht ohne Euch tun.

Seid dem Herrn befohlen bis zum nächstenmal,

Doris und Frantz“