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Ende der Woche schrieb Doris Clotaire aus Haiti:

Liebe Freunde,

Seit ein paar Tagen versuche ich, in Worte zu fassen, wie es mir so geht, nachdem ich ja fast 6 Monate nicht zuhause war. Das war das erstemal seit unserer Hochzeit und es war nicht immer einfach. Aber eines habe ich gelernt: In allen Schwierigkeiten gibt es immer ein „djegi“ wie wir das in kreolisch nennen. Es bedeutet, daß Gott uns ein spezielles Geschenk gibt.

1. 7 Wochen mit unserem Ältesteten, Daniel, zu verbringen, passierte noch nie seit er vor 6 Jahren Haiti verließ. Er ist im letzten Jahr wirklich erwachsen geworden und wird im Mai absolvieren. Ich war so froh, daß ich ihn ermutigen konnte. Besonders begeistert war er, daß ich bei seinem 24. Geburtstag dabeisein konnte!

2. Sonntag morgens besuchte ich eine kleine internationale Gemeinde, wo wir ein paar Freunde haben. Es war besonders schön für mich, immer wieder die gleiche Kirche zu besuchen. Wenn man im Reisedienst ist, klappt das meist nicht so. Ich habe viele Neue kennengelernt und sie haben mich mit offenen Armen aufgenommen. Das einzige Negative, das passierte war, daß am letzten Sonntag mein Rucksack mit Computer gestohlen wurde. Leider wurde er bis jetzt noch nicht gefunden!

3. Ich hatte die Möglichkeit an einer Missionskonferenz teilzunehmen, wo viele Leute auch aus Afrika, Indien und Malaysia da waren. Besonders die Berichte und Workshops von Afrika waren für mich interessant, weil unsere Leute ja auch von dort stammen.

4. Es war manchmal eine Herausforderung, mich mit Fremden zu treffen und über SEED zu berichten. Normalerweise ist das Frantz Aufgabe.

Währenddessen in Haiti:

Seit letzten Herbst gab es ja immer wieder zu Unruhen, aber im Februar wurden diese immer intensiver und länger. September und Oktober waren fast komplett geblockt und es kam zum totalen Stillstand. Keine Schule, kein Sprit, wenig Lebensmittel und deswegen auch keine Einnahmen. Der Umtauschkurs ist inzwischen besser geworden, aber leider bleiben die Preise dieselben. Vieles hat sich fast verdoppelt. Überall sieht man Leute noch mehr leiden und es fällt schwer, zu entscheiden wo man helfen soll. Es ist seit zwei Wochen ruhiger geworden, aber immer noch sehr angespannt. Besonders in der Hauptstadt und in unserer Stadt wollen sie nach Weihnachten weitermachen, bis der Präsident geht. Auf dem Land ist es etwas besser, da funktionieren auch die Schulen fast normal.

Viele Missionare haben das Land verlassen, denn sie konnten ihren Dienst nicht tun. Alle Missionen und Organisationen haben enorme finanzielle Defizite erlitten, SEED nicht ausgeschlossen. Unsere Nachbarschaft hielt ein Auge auf uns, ob wir auch wirklich den Streik einhalten. Das bedeutete, daß wir nichts verkaufen und auch nichts produzieren konnten. Auch die Cafeteria mußte geschlossen werden.

Aber …. trotz allem konnte der Bau des Ladens und der Klassenzimmer weitergehen und wir danken Gott dafür. Die Maurer waren echt dankbar, daß sie in dieser schwierigen Zeit die Möglichkeit hatten, etwas zu verdienen. In der Zwischenzeit ist das Erdgeschoß fast bezugsfertig und wir hoffen, daß wir Anfang Januar einziehen können. Es gibt immer noch Probleme, Sachen von der Hauptstadt zu bekommen. Normalerweise wird Polizeischutz in Anspruch genommen.

Auch im geistlichen Bereich war es schwierig. Viele Sonntage war es nicht möglich, daß die Gemeinden Gottesdienste halten konnten. So langsam wird es wieder normaler. Abends fangen die Veranstaltungen schon um 16 Uhr an, damit man nicht in der Dunkelheit unterwegs sein muß. Immer wieder muß man gegen Entmutigung ankämpfen und sich der Gewißheit bewußt sein, daß unser HERR uns nicht verläßt!

Wir sind so dankbar, daß in dieser schwierigen Zeit niemand zu SEED kam, um zu stehlen oder zu zerstören. Wir sind uns bewußt, das dies nur durch die Gnade Gottes und Eure Gebete möglich war. Danke dafür, denn das half Frantz und sein Team nicht aufzugeben.
Seid nun ganz herzlich gegrüßt. Wir wünschen Euch einen gesegneten 3. Advent.

Doris, Frantz mit SEED

 PS: Manuel wird im Januar nach Deutschland gehen, um dort eine Ausbildung zu machen. Näheres im nächsten Brief.“

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Es gibt Neuigkeiten aus Haiti – was dort passiert ist, lest ihr in Doris Mail:

„Liebe Freunde,

jetzt ist schon wieder eine Woche vergangen, seit wir uns auf den Rückweg von der dominikanischen Republik gemacht hatten. Fasching waren ja wieder Unruhen angesagt, aber, Gott sei Dank, nichts passierte. Dann wurde der 7. März als neuer Termin zur Rebellion angekündigt, aber es blieb ruhig. Wir sind dankbar dafür, denn die Unsicherheit zehrt an unserem Gemüte.Ansonsten ist vieles wieder eher normal. Benzin und Diesel gibt es immer noch nur sporadisch. Der Wert des Gourdes wurde wieder etwas angehoben. Lebensmittel sind immer noch sehr erhöht, obwohl angekündigt wurde, daß es Senkungen gibt.

Bei SEED hatten wir einen Teil der Ernte während der Unruhen verloren, weil wir ja nicht verkaufen konnten. Jetzt werden grade neue Pflanzen angezogen. Frantz und sein Team hatten gestern den letzten Besuch bei unsern Praktikanten gemacht. Sie waren total ermutigt, weil die Unruhen nicht auf dem Land waren. Nur der Regen fiel in vielen Gegenden nicht.

Danke, danke, danke für Eure Gebete. Bitte betet weiter für SEED, unser Land, denn noch gibt es keine echte Lösung der Konflikte. Seid nun dem Herrn befohlen. Bitte grüßt Eure Gruppen und Gemeinden von uns. Wir wünschen Euch ein gesegnetes Wochenende,

Doris für SEED und Familie“

Aus Haiti erreichten uns letzte Woche keine guten Nachrichten. Die Proteste nehmen zu und es wird schwieriger. Hier der Wortlaut von Doris Clotaire:

„Liebe Freunde,

Ein kurzer Gruß aus dem total geblockten Haiti. Seit über einer Woche läuft hier nichts mehr: Supermärkte sind zu, alle öffentlichen Institutionen, Schulen, usw. funktionieren nicht. Auch die Märkte dürfen nicht verkaufen. Gestern vormittag war kurze Pause und heute scheint es wieder etwas ruhiger zu sein. Das Ende ist aber noch nicht abzusehen, weil die Leute den Sturz des Präsidenten und seiner gesamten Regierung fordern.

Uns geht es ganz gut. Wir haben genug zu Essen, denn wir können Lebensmittel von der SEED-Cafeteria kaufen. Ansonsten erledigen wir Aufgaben, die nach außen hin nicht so sichtbar sind. Leider vergammelt sehr viel Gemüse, weil wir ja auch nichts verkaufen dürfen. Gestern konnten wir nochmal Käse mit unserer Kuhmilch machen. Das hilft dann auch. Haben Tomatenmarmelade und Tomatensoße gemacht, aber soviel Zeit und Zutaten haben wir gar nicht, unsere Produkte zu verwerten.

Bitte, betet, daß die Situation sich doch bald beruhigt. Leider wird es nach den Streiks noch schwieriger werden, denn viele Verkäufer haben ihre Sachen verloren.

Betet auch um Bewahrung für uns und unsere Mitarbeiter und Schüler. Wir wissen nicht, wie es weitergehen wird, aber eines ist gewiß: Unser Herr hat den Überblick und wir vertrauen ihm.

So, jetzt wünschen wir euch Gottes Segen,

Doris mit Frantz und Manuel“

Es gibt wieder Neuigkeiten von Doris und Frantz Clotaire aus Haiti. Betet mit für ihre genannten Anliegen.

„Liebe Freunde,

Jetzt hat es doch länger gedauert. Ein Problem war das neue Datenschutzgesetz, weil wir ja erst die Zustimmung von euch brauchten. Jetzt geht es aber langsam aufwärts.

Zunächst mal zu unserer Sicherheitslage. Wir sind nicht direkt betroffen und sind dankbar dafür, daß wir nicht mehr an der Hauptstraße wohnen, sondern etwas abseits. Seit über einer Woche ist es ruhig, d. h. aber nicht, daß alles gut ist. Bitte betet weiter für unser Land.

Die Absolvierungsfeier am 16. Juni war das große Ereignis, das uns alle echt auf Trap gehalten hatte. Über 350 Gäste kamen und es war eine gesegnete Zeit des miteinander Feierns. Wir sind dem Herrn so dankbar, daß ER uns bis hierher so treu geführt hat. 25 Absolventen konnten endlich das Ende ihres Studiums feiern.

Diesesmal „durfte“ die Lehrerschaft und auch ich in Roben antreten. Frantz Kommentar: „Das halt ich nicht aus, denn es ist ja so schon so heiß!“ Aber auch er hat es überlebt! Bei mir wollte leider der Hut nicht halten und rutschte immer nach hinten!

Jetzt dürft ihr mitbeten, daß die Absolventen auch Arbeit finden. Einige sind schon bei verschiedenen Organisationen angestellt, aber Viele versuchen durch Tierbehandlung oder Gartenbau etwas Einkommen zu bekommen.

Nächste Woche ist Examen und alle sind damit beschäftigt, ihre Arbeiten einzureichen, ihr Schulgeld zu bezahlen, damit sie zur Prüfung zugelassen werden. Ende Juli gehts dann zum Wiederaufforstungspraktikum in der St. Jean-Gegend.

Soviel für heute, damit Ihr nicht noch länger warten müßt. Danke Euch für Euer Mitbeten, Mittragen. Wir könnten die Arbeit nicht ohne Euch tun.

Seid dem Herrn befohlen bis zum nächstenmal,

Doris und Frantz“