Er, der in göttlicher Gestalt war

Farbe

Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet

Ich laufe durch eine Galerie. Bleibe stehen, gehe weiter, betrachte und inhaliere, bin erstaunt und entsetzt, begeistert von Vielfalt und Schönheit. Ein Bild das „bleibt hängen“, dahin komme ich zurück. Das hat etwas in mir berührt, was ich noch nicht ganz fassen kann. Meine Augen folgen den Pinselstrichen, sie gehen auf und ab und dabei stellen sie mehr da als eine mechanische Bewegung des Gerätes Pinsel. Sie treffen einen Punkt in meiner Seele, denn ich davor noch nie wahrgenommen habe. Diese Striche treffen einen Punkt in meiner Seele, der Tiefer geht als das rein optische. Sie wecken ein Gefühl in mir. Sie haben magische Anziehungskräfte, die mich nicht loslassen. Ihr Ausdruck bleibt nicht nur in meinen Augen hängen, sonder vor allem in meiner Seele. Beim betrachten dieses Bildes wird etwas in mir berührt, was eine Geschichte in mir wachruft, ein längst vergessener Gedanke oder Erlebnis kommt in mir hoch und ich erlebe diese Erinnerung von neuen. Gerüche und Geräusche werden geweckt. Ganzheitlich fange ich an mich zu erinnern. Manchmal ist es eine liebgewonnene Kindheitserinnerung, dann wieder die erste Liebe, der erste bewusste Streit mit den Eltern, die Trauer die ich gefühlt habe, als ein geliebter Mensch gestorben ist. Das Bild bleibt mir hängen, weil es etwas in mir berührt, was sonst vielleicht unberührt geblieben wäre. Das Betrachten eines Bildes ist mehr als eine reine optische Reizwahrnehmung, es ist ein Blick in die eigene Seele und in die Seele des Künstlers.

 

Wie oft stehen wir vor der Schönheit eines Bildes und Blicken tief in die Seele und die Gedankenwelt des Künstlers. Wie viel mehr können wir beim Blick in die Natur, die Seele und die Gedankenwelt des Schöpfers erkennen?

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Ton

Aber nun, HERR, du bist doch unser Vater! Wir sind Ton, du bist unser Töpfer, und wir alle sind deiner Hände Werk.

Ton, etwas rohes, unperfektes, leicht verwandelbares.

Ton, zu viel Druck zerstört alles und zu wenig bringt keine Veränderung.

Ton, braucht immer einen Töpfer.

Jetzt bin ich der Töpfer. Ich halte dieses Rohe, unperfekte und leicht verwandelbare Stück Ton in meiner Hand. Wenn ich zu viel Druck aufbringe, zerstöre ich alles, doch wenn ich zu vorsichtig bin, kommt keine Veränderung. Ich wende leichten Druck an, um die Kanten weicher zu machen. Ich schließe meine Augen und spüre das Gewicht des Tones in meiner Hand. Ein Gewicht, dass mir Freiheit schenkt.

Ich bin frei. Denn keiner bestimmt das Endergebnis außer mir.

Ich bin frei. Denn dieser Ton macht was meine Hände ihm sagen.

Ich bin frei. Denn am Ende entscheide ich, ob es fertig ist.

Gott ist frei. Gott war frei, als er uns geformt hat. Er hat dieses Rohe, unperfekte und leicht verwandelbare Stück in seiner Hand. Wir sind es. Er formt uns mit Liebe. Er formt dich und mich perfekt. Denn Gott macht keine Fehler.

Gott. Hat mich perfekt gemacht.

Gott. Darf mich formen.

Gott. Will mich gestalten.

Ich will mich ganz neu Gott hingeben, damit er mich formen darf, damit er wieder seinen Odem in mich pusten darf. Ich will, dass Gott sein Ebenbild in mich drückt, damit man ihn in mir erkennen kann. Gott nimm mich in deine Hand wie ein Stück Ton und forme mich.

In Gottes Hand. Bin ich unendlich geliebt

In Gottes Hand. Will ich wie Ton sein, der sich formen lässt

In Gottes Hand. Finde ich Ruhe.

Meine Hände gleiten wieder über den Ton. Ich spüre die Schöpferische Kraft in mir. Vorsichtig probiere ich Konturen zu bilden und lasse etwas Neues entstehen. Meiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ich nehme jeden einzelnen Finger wahr, wie er Einfluss hat. Einfluss auf das Stück Ton in meiner Hand.

Ton, etwas rohes, unperfektes, leicht verwandelbares

Ton, zu viel Druck zerstört alles und zu wenig bringt keine Veränderung

Ton, braucht immer einen Töpfer

 

 

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Holz

Der HERR sprach zu Mose: Siehe, ich habe Bezalel, den Sohn Uris, den Enkel Hurs, vom Stamm Juda, beim Namen gerufen und ihn mit dem Geist Gottes erfüllt, mit Weisheit, mit Verstand und mit Kenntnis für jegliche Arbeit: Pläne zu entwerfen und sie in Gold, Silber und Kupfer auszuführen und durch Schneiden und Fassen von Steinen und durch Schnitzen von Holz allerlei Werke herzustellen. 

Adam blickt gedankenversunken ins Feuer.
Ein Stück Holz in der einen, den scharfen Stein in der anderen Hand.
Die Arbeit hat Spuren hinterlassen.
Schwielen an den Händen, Schnittwunden, Blutblasen.

Er sieht hoch, da ist Eva, seine Eva!
Ein Stück Himmel auf dieser erbarmungslosen Erde.
Das Baby in ihrem Bauch wächst. Auch die Sorgen in Adams Herzen.
Was ist das nur für eine Welt, in der sein Kind groß werden wird?!
„Du sollst es sicher haben, kleiner Mensch!“

Sorgsam hat er das Material ausgesucht. 
Gegrübelt, konstruiert und ausprobiert.
Nun hat er es. Wie ein Nest soll es werden, stabil,
sicher, gemütlich und warm.
Wie unser Kind wohl aussehen wird?

Adams Blick fällt auf den Jagdspeer, die Schüsseln, aus denen sie essen, die Hocker…
Das alles waren anfangs nur Bilder in seinem Kopf.
So verborgen wie die Gedanken eines anderen.
So verborgen war ihm nun auch sein Kind.
Ob Gott es schon sieht? 

Da ist er wieder, dieser Schmerz. Es tut so weh, warum hatten sie nur!…
Er vermisste die Spaziergänge in Eden mit Papa Gott.
Am Eingang seiner Höhle hatte Adam eine Skulptur errichtet. 
Aus einem großen Holzstamm geschlagen. 
Er wollte nicht vergessen… Ihn nicht vergessen.
“der mich gemacht hat, geformt aus der Erde!”… 

Aber so sehr es Adam auch versuchte, IHN konnte er nicht formen.
Seine Skulptur war ein Witz, nur ein… lächerlicher Abklatsch. 
Nicht lebendig, sondern tot. Eine Krücke der Erinnerung. 

Nun ist es fertig, das letzte Bauteil. 
Adam fügt es ein, es hat die Form eines Kreuzes.
“ja, das ist viel besser, viel stabiler!”
Nun ist die Krippe bereit für das neue Leben.
Adam blickt auf die tragende Kreuzverbindung. 

Sie gibt Halt, Stabilität.
„Ich werde vergehen, und dort wird unsere Zukunft liegen!
Und diese Krippe ist mein Beitrag.
Das ist der Teil, den ich gestalten kann.
Mit dem Talent, das Gott mir gegeben hat.“ 

Er geht zu Eva, zeigt ihr die Krippe.
Ihre Augen leuchten, voller Vorfreude umarmt sie Adam.
Dann holt sie das Bettchen – lange hatte sie daran gearbeitet.
Bequem sollte es sein und warm wie Daunenfedern.
Nun kommt beides zusammen, die Krippe und das Bett.
“Nun sind wir bereit uns von Gott beschenken zu lassen!“
Sagt Eva zu Adam und spürt den Schmerz, den das neue Leben mit sich bringt. 

Lange umarmt Adam Eva.
Dann sitzen sie beide da, blicken gedankenversunken ins Feuer.
Die Arbeit hat Spuren hinterlassen.
Schwielen an den Händen, Schnittwunden, Blutblasen.
Aber es hat sich gelohnt.
Zu bebauen und zu bewahren – so wie Gott es ihnen gesagt hatte.

 

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