August – Urlaubszeit. Egal ob man zuhause, in Deutschland oder in einem anderen Land Urlaub macht, eine Sache ist meistens entscheidend für die Gestaltung der Zeit: Das Wetter. Bei gutem, sonnigem Wetter lässt sich vieles machen, bei schlechtem, regnerischem Wetter sind die Möglichkeiten meistens eher beschränkt. Nachdem wir zuletzt jedoch Höchstwerte in Sachen Temperatur erreicht haben und teilweise mit dem Problem der niedrigen Niederschläge konfrontiert worden sind, unter dem hauptsächlich die Landwirte leiden, ist vielen wahrscheinlich so wie mir die positive Bedeutung von Regenwolken verdeutlicht worden.Wieso erzähle ich aber vom Wetter? Mir sind gewisse Parallelen zum Glaubensleben aufgefallen. So werden die meisten Christen die direkte Verbindung zwischen Gott und Leben kennen, wie sie uns in den drei Ich-bin-Worten im Johannesevangelium begegnet: „Ich bin das Brot des Lebens“ (Joh 6,35), „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ (Joh 11,25) und „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6). Gott ist und gibt das Leben. Trotzdem erlebe ich es immer wieder, dass die stille Zeit, durch die wir direkt mit Gott in Kontakt kommen können, in meinem Leben eher zu kurz kommt, als dass sie zu viel Raum einnimmt. Man kann sicherlich verschiedene Erklärungen dafür anführen, warum das so ist. Allerdings wird damit meistens recht wenig gewonnen, weshalb ich stattdessen einfach folgende Frage in den Raum stellen will: Was erwartest du vom Leben, wenn du Gott (nicht) einbeziehst?
Auch wenn anfangs Regenwolken durchweg positiv gewertet worden sind, ist doch nicht zu übersehen, dass sie auch zerstörerisches Potential in sich tragen. Bilder und Videos von überschwemmten Gebieten finden sich immer wieder in den Nachrichten.
Mich persönlich macht das in erster Linie traurig. Nicht selten stellt sich bei mir daraufhin die Frage, warum Gott das zulässt, was sein größerer Plan dahinter ist. Auch wenn aus Leid Gutes hervorgehen kann, ist es schwer für mich, damit das Leid zu rechtfertigen. Ich werde hier keine Lösung oder Antwort auf die Theodizee-Frage geben. Aber ich bin mir sicher, dass Gott trotzdem dabei ist und das Leid überdauert und Trost schenkt. Denn Gott bleibt. Für immer. Er weiß Bescheid. Er hat alles in der Hand. Der Psalm 139 handelt genau hiervon: Gott ist überall und er weiß alles. Auch, warum er manches zulässt und anderes verhindert. Warum er manchmal eingreift und ein anderes Mal es seinen Weg gehen lässt. Gottes Gedanken sind größer als unsere Gedanken (Jesaja 55,8). Wir können nur rückblickend die Regenbögen nach den Unwettern sehen und merken, dass Gott auch in dieser Zeit bei uns gewesen ist.
Vielleicht erinnerst du dich das nächste Mal, wenn du in den Himmel blickst und die Wolken betrachtest, an diese Andacht und daran, dass Gott Leben schenkt und auch in Krisenzeiten für dich da ist.
#beblessed

 

Joachim Rieger, cjb Fürth – Mitglied des cjb-Landesvorstand