Seit Freitag bewegt mich die Situation in Österreich. Wie Aussagen aus einem geheim aufgenommenen Video erdrutschartig eine Regierung auf den Kopf stellen. Mit Rücktritten, Schäden an Personen und Parteien. Und einer Regierungskrise. Was, hier gehts um Politik? Nein, das ist nur der Aufhänger.

Denn seitdem geht mir ein Bibelvers nicht mehr aus dem Kopf. Und ich merke, wie er mich nachdenklich macht. Paulus schreibt:

„Denn wir alle müssen einmal vor dem Richterstuhl von Christus erscheinen. Dann bekommt jeder, was er verdient – je nachdem, ob er zu Lebzeiten Gutes oder Böses getan hat.“ (2. Kor. 5,10 Basisbibel)

Das ist kein Zeigefinger auf Herrn Strache oder Herrn Gudenus von der FPÖ. Vor allem, weil dann immer noch 4 Finger auf mich zurückzeigen. Keine Schadenfreude, weil es eine nationalistische Partei vor der Europawahl getroffen hat. Auch wenn ich deren Ziele nicht teilen kann. Aber die tiefere Wahrheit ist doch: Irgendwann kommt alles ans Licht. Das gilt gerade für uns, die wir Jesus nachfolgen. Vor Jesus gibt es keine Heimlichkeiten. Ich kann viel vor anderen vertuschen und verbergen. Vor meiner Familie, meinen Freunden, meinen Kollegen, ja sogar vor meiner Frau. Z.B. Sätze (siehe die Österreichkrise), schlechte Scherze, was ich im Web tue, wie ich mit meinem Smartphone umgehe, Schuld, Versagen, Sucht, sogar mein Glaube kann Täuschung sein. Aber vor Jesus ist es schon jetzt offensichtlich, was ich vor anderen verheimliche. Ihm kann ich nichts vormachen.

Paulus schreibt im Zusammenhang des Verses von seiner Sehnsucht, schnell in Gottes Herrlichkeit zu sein. Ihn direkt zu sehen. Aber das geschieht erst, wenn er stirbt. Für ihn ist die Konsequenz daraus, dass er jetzt so zu leben versucht, dass es Gott gefällt. Weil er um diese Dimension weiß, dass er vor Christi Richterstuhl erscheinen muss. Dass er für sein Leben, Reden, Handeln, Denken Verantwortung trägt. Das sagt schon Jesus (Matth. 12,36), davon schreiben Paulus (Röm. 14,12) und Petrus (1. Petr. 4,5).

Alles wird ans Licht kommen. Warum nicht jetzt schon damit anfangen? Das befreit. Das erleichtert, machts einfacher. Und zeigt: Wir leben wirklich von Karfreitag und Ostern her. Dank Jesus müssen wir nicht so leben, sondern dürfen sagen: ER hat mich befreit! Deswegen bin ich Feuer & Flamme! Deswegen kann ich anders sein, anders leben. Und muss keine Angst haben vor dem Richterstuhl Christi – weil er dann sagt: „Du hast dich an mich gehängt! Freispruch!“

Fragen & Tipps für dich:

Wo lebst du noch Heimlichkeiten? Besprich sie mit Jesus, bekenne sie ihm, bitte um Vergebung. Such ggf. das Gespräch mit jemandem darüber, der mit dir betet. Dich freispricht.  Dir beim Klären hilft.

Erinnere dich: Wo bist du frei geworden von Heimlichkeiten? Danke Gott dafür! Und wenn du magst, erzähle es anderen. Bezeuge Gottes Handeln in deinem Leben.

Lobe Gott dafür, dass er in Christus das Urteil gefällt hat. Sein Tod macht dich frei!

Daniel Hahn