Aus Haiti erreichten uns letzte Woche keine guten Nachrichten. Die Proteste nehmen zu und es wird schwieriger. Hier der Wortlaut von Doris Clotaire:

„Liebe Freunde,

Ein kurzer Gruß aus dem total geblockten Haiti. Seit über einer Woche läuft hier nichts mehr: Supermärkte sind zu, alle öffentlichen Institutionen, Schulen, usw. funktionieren nicht. Auch die Märkte dürfen nicht verkaufen. Gestern vormittag war kurze Pause und heute scheint es wieder etwas ruhiger zu sein. Das Ende ist aber noch nicht abzusehen, weil die Leute den Sturz des Präsidenten und seiner gesamten Regierung fordern.

Uns geht es ganz gut. Wir haben genug zu Essen, denn wir können Lebensmittel von der SEED-Cafeteria kaufen. Ansonsten erledigen wir Aufgaben, die nach außen hin nicht so sichtbar sind. Leider vergammelt sehr viel Gemüse, weil wir ja auch nichts verkaufen dürfen. Gestern konnten wir nochmal Käse mit unserer Kuhmilch machen. Das hilft dann auch. Haben Tomatenmarmelade und Tomatensoße gemacht, aber soviel Zeit und Zutaten haben wir gar nicht, unsere Produkte zu verwerten.

Bitte, betet, daß die Situation sich doch bald beruhigt. Leider wird es nach den Streiks noch schwieriger werden, denn viele Verkäufer haben ihre Sachen verloren.

Betet auch um Bewahrung für uns und unsere Mitarbeiter und Schüler. Wir wissen nicht, wie es weitergehen wird, aber eines ist gewiß: Unser Herr hat den Überblick und wir vertrauen ihm.

So, jetzt wünschen wir euch Gottes Segen,

Doris mit Frantz und Manuel“